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Die Entkriminalisierung von Schwangerschafts-abbrüchen muss zurück auf die politische Agenda

22.11.2025
In seiner ZDF-Magazin-Royale-Sendung „Dein Körper, meine Entscheidung“ vom 21. November macht Jan Böhmermann darauf aufmerksam, dass – anders als Viele annehmen – Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland weiter nicht legal sind. Das Familienplanungszentrum Berlin e.V. – BALANCE (FPZ) begrüßt die klare Fokussierung der Sendung. Die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen muss wieder zurück auf die politische Tagesordnung.
Die Sendung greift ein wichtiges Thema auf, das aktuell aus der Politik der Regierungsparteien verschwunden ist – obwohl sich 80 Prozent der Deutschen für eine Neuregelung oder Abschaffung des §218 aussprechen“, sagt Konstanze Haase, Co-Geschäftsführerin des FPZ.

Auch die vom Bundesgesundheitsministerium geförderte ELSA-Studie und der Europäische Atlas zur Abtreibungspolitik 2025 sprechen sich für die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen aus, da die die aktuelle strafrechtliche Regulierung von Schwangerschaftsabbrüchen erheblich zu Stigmatisierung und Zugangsbarrieren beiträgt. Weil Abbrüche nicht als normale Gesundheitsleistung gelten, sondern als strafrechtliche Ausnahme, entstehen Hürden: weniger Ärzt*innen bieten sie an, Medikamente sind schlechter verfügbar, und die Informationslage bleibt unübersichtlich. Das verschärft besonders die Versorgungslage in ländlichen Regionen oder kleinen Städten, wo es ohnehin weniger Praxen gibt. Die Lobbyarbeit der sogenannten „Lebensschützer“ (von Böhmermann in der Sendung als „Gebärmutterstalker“ bezeichnet), verzerrt diese Realitäten.

Der Gesetzentwurf zur Abschaffung des §218, der im letzten Jahr der Bundesregierung vorgelegt wurde, findet aktuell keine politische Beachtung mehr. Mit gravierenden Folgen: „Die Situation von ungewollt Schwangeren bleibt damit weiterhin kriminalisiert und die Versorgung ist in weiten Teilen des Landes nicht gewährleistet. Deutschland liegt mit der gesetzlichen Regelung zum Schwangerschaftsabbruch hinter Ländern wie etwa Schweden, Frankreich und den Niederlanden zurück“, sagt Konstanze Haase und betont: „Das Thema gehört dringend wieder auf die politische Agenda – Schwangerschaftsabbrüche sollten längst zur medizinischen Grundversorgung gehören.“