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FPZ-Leseempfehlung // Alicia Baier: Das Patriarchat im Uterus

03.12.2025
Dr. Alicia Baier ist Gynäkologin und Mitgründerin von "Doctors for Choice Germany". Sie engagiert sich seit Jahren für reproduktive Rechte und war auch als Ärztin beim Familienplanungszentrum Berlin e.V. - BALANCE (FPZ) tätig. FPZ-Geschäftsführer Jens Krabel hat ihr Buch "Das Patriarchat im Uterus" gelesen und empfiehlt die Lektüre. 
"Die katholische Kirche ging bis zum 19. Jahrhundert noch davon aus, dass der weibliche Embryo nach ca. 12 Wochen „beseelt“ wird und erst dann ein Mensch ist. Abtreibungen von weiblichen Föten bis zur 12. Woche wurden deshalb nicht als Unrecht angesehen. In den USA von heute gelten dagegen in einigen Bundesstaaten so genannte „Herzschlag-Gesetze“, die eine Abtreibung verbieten, sobald beim Fötus ein erster Herzschlag messbar ist. In der Regel ist das ab der sechsten Schwangerschaftswoche der Fall.
Dies sind nur zwei Beispiele von vielen, die Alicia Baier in ihrem aktuellen Buch „Das Patriarchat im Uterus“ aufführt und damit zweierlei deutlich macht: Erstens sind die Antworten auf die Frage, wie viel Mensch schon in einem Embryo steckt und wie legitim Abtreibungen sind, historisch bedingt und Folge gesellschaftlicher und machtpolitischer Auseinandersetzungen. Zweitens zieht sich das In-Frage-Stellen der körperlichen Selbstbestimmung der Frau durch die gesamte neuere Geschichte „westlicher“ Gesellschaften. Folgerichtig setzt sich Alicia Baier in ihrem Buch auch für die Abschaffung des §218 ein. Empfehlung: Unbedingt lesen."
Jens Krabel, FPZ-Geschäftsführer