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Pressemitteilung: Berlin zeigt Null Toleranz gegenüber FGM_C

Der 6. Februar ist der internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung_Beschneidung (Engl. International Day of Zero Tolerance for Female Genital Mutilation and Cutting). Der Aktionstag wurde 2003 ins Leben gerufen mit dem Ziel, über die schädliche Praxis aufzuklären und die Praktik weltweit zu beenden. Die weibliche Genitalverstümmelung_Beschneidung umfasst alle Eingriffe, bei denen Teile von weiblichen Genitalien aus nicht-medizinischen Gründen entfernt oder verletzt werden und wird weltweit als Verletzung der Menschenrechte, der Gesundheit und der Integrität von Mädchen und Frauen geahndet.

Anlässlich des Aktionstages ruft die Berliner Koordinierungsstelle gegen FGM_C (Engl. Female Genital Mutilation_Cutting) unter dem Motto „Null Toleranz gegenüber FGM_C“ dazu auf, sich dem Kampf gegen diese Gewalt anzuschließen. Bei der Koordinierungsstelle handelt es sich um ein fach- und trägerübergreifendes Projekt, welches im Mai 2020 gegründet wurde. Ziel der Koordinierungsstelle ist es, die Angebote hinsichtlich FGM_C in Berlin zu stärken und zu bündeln, die Fachexpertise zusammenzutragen und die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Die Koordinierungsstelle FGM_C wird als Kooperation von Familienplanungszentrum BALANCE, TERRE DES FEMMES und Desert Flower Center Waldfriede realisiert.

Die Koordinierungsstelle FGM_C setzt sich für das Recht auf körperliche Unversehrtheit durch Prävention, Beratung und Gesundheitsversorgung ein und möchte ein starkes Zeichen gegen FGM_C setzen. Weltweit sind über 200 Millionen Mädchen und Frauen von FGM_C betroffen. Schätzungsweise leben in Deutschland 75.000 betroffene Frauen und 20.000 gefährdete Mädchen, allein in Berlin sind 4.400 Frauen von FGM_C betroffen und knapp 800 Mädchen gefährdet, beschnitten zu werden. Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) geht davon aus, dass 2 Millionen Mädchen als eine direkte Folge der Pandemie durch den Lockdown, den Schulausfall und wirtschaftliche Folgen der Gefahr einer Beschneidung ausgesetzt sein werden.

Das Familienplanungszentrum BALANCE bietet neben psychologischer Beratung auch gynäkologische Begleitung im Rahmen der Koordinierungsstelle an. Aufgrund der Komplexität der Folgen und der Sensibilität des Themas ist eine kompetente, einfühlsame gynäkologische Beratung und Versorgung besonders wichtig. „Es gibt nach wie vor einen großen Bedarf an Schulungen für Fachkräfte, um die Fach- und Handlungskompetenz im Umgang mit FGM_C zu stärken“, betont Lea Ludwig, die psychologische Beratung im Rahmen der Koordinierungsstelle anbietet. Die Zusammenarbeit über alle Fachrichtungen hinweg und die Einbindung von Community-Multiplikator_innen ist essenziell auf dem Weg in eine Welt ohne FGM_C. „Das Problem lässt sich nur ganzheitlich, gemeinsam und Schritt für Schritt lösen. Wir dürfen nicht akzeptieren, dass Mädchen so etwas angetan wird.“, betont Dr. med. Roland Scherer, Leiter vom Desert Flower Center Waldfriede.


Eine detaillierte Übersicht über alle Angebote finden Sie auf unserer Homepage www.koordinierungsstelle-fgmc.de. Broschüren der Koordinierungsstelle können unter info@koordinierungsstelle-fgmc.de bestellt werden.


Die Berliner Koordinierungsstelle gegen FGM_C wird aus Mitteln der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung gefördert. Unter der Koordination von Familienplanungszentrum BALANCE wird das
Projekt mit den Kooperationspartnern TERRE DES FEMMES und dem Desert Flower Center Waldfriede realisiert.