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Rückblick: Salongespräch „Aufsuchende Sexual- und Gesundheitsberatung für Menschen in Berliner Unterkünften: Einblicke in den Praxisalltag von drei Projekten“

Wie gelingt die mobile Beratung zur sexuellen Gesundheit für Frauen und Männer mit Fluchthintergrund? Was sind mögliche Stolpersteine, Besonderheiten und Herausforderungen? Welche Inhalte und Themen werden angeboten und gewünscht? Welche bewährten Schau- und Infomaterialien werden benutzt und ausgegeben? Zu diesen und anderen Fragen haben zwei Mitarbeiterinnen vom Familienplanungszentrum BALANCE und ein Mitarbeiter von Albatros-Lebensnetz gGmbH beim Salongespräch berichtet und gaben hilfreiche Ideen und Anregungen für die Beratungsarbeit mit Geflüchteten.
Als Ausgangspunkt für den Abend diente die Vorstellung von drei Projekten, denen gemeinsam ist, dass sie gesundheitliche und sexuelle Beratung für geflüchtete Menschen anbieten. So haben zwei Mitarbeiterinnen von FPZ BALANCE, Hebamme Swantje Lüthge und Sozialarbeiterin Berrin Önler-Sayan, zwei Projekte für geflüchtete Frauen vorgestellt: „Schwangere und Mütter aus Berliner Unterkünften“ und „Gesundheitsversorgung von geflüchteten Frauen verbessern“. Dazu hat Alexander Pfeiffer, Sozialpädagoge (FH) und Sexualpädagoge bei Albatros-Lebensnetz gGmbH, über das Projekt „Männersachen“ für geflüchtete Männer berichtet. Sie haben einen Überblick über die verschiedenen Angebote – wie das Hebammencafé, die Sprechstunde oder Gruppenangebote – gegeben, sowie die Details zum jeweiligen Aufbau geschildert.
Im zweiten Teil des Salongesprächs haben Sprach- und Kulturmittler_innen, die die vorgestellten Projekte schon lange begleiten, sich in das Salongespräch mit ihren Perspektiven und Erfahrungen eingebracht. Durch Kurzinterviews haben Sanaah Ghadban, Qais Zalmay, Mohamad Fatom und Zeina Azouqah einen Einblick in die Arbeit als Dolmetscher_in gegeben und unter anderem die folgenden Aspekte angesprochen:
  •  Umgang mit möglichen Tabu-Themen
  •  Besonderheiten in der Zusammenarbeit mit Berater_innen oder
  •  Umgang mit der Übersetzung von traumatischen Erlebnissen.
Im darauffolgenden Austausch wurde auch die Bedeutung qualifizierter Sprach- und Kulturmittlung sichtbar. Sie sind unverzichtbar für die Beratungsarbeit mit geflüchteten Menschen – ohne sie könnten diese gar nicht stattfinden – und so sollte ihr Beitrag zur gelingenden Beratung angesichts der hohen Ansprüche anerkannt werden. Neben dem mangelhaften Honorierungssystem, zu dem niedrige Entlohnung und unbezahlte Fahrtwege dazugehören, welches dringend verbessert werden müsste, stellt die Arbeit mit traumatisierten Menschen eine weitere Anforderung dar, für die eine regelmäßige Supervision zur Verfügung gestellt werden müsste.
Auch die Frage nach dem Umgang mit intimen Themen hat viel Zeit und Raum in der Diskussion eingenommen. Es ging u.a. um die Fragen, wie schaffen die Berater_innen einen sicheren Raum und welche Formate sind zugänglich und haben somit mehr Erfolg? Auch wurde besprochen, wie eine Vertrauensebene geschaffen werden kann, sodass die Teilnehmer_innen Raum und Zeit haben und bekommen, damit sie sich in einem geschützten Rahmen öffnen können, wenn sie dies möchten. Dies beeindruckte das Publikum und stellte mehrere Fragen. Es gab anschließend ein lebhaftes Gespräch mit Vortragenden und Anwesenden.
Der Salonabend wurde von einem regen Austausch sowohl in der Diskussion als auch in den Pausen begleitet. Die geschilderte praktische Arbeit hat es den Teilnehmenden leicht gemacht – viele von denen aus Berliner Unterkünften und Beratungsstellen kamen –, in den Austausch mit einander zukommen. Vielen Fachkräften waren die besprochenen Stolpersteine der Sexual- und Gesundheitsberatung aus ihrem Alltag bereits bekannt, z.B. in Kontext von Unterkünften, und so konnten sie direkt in einen fruchtbaren, gegenseitigen Austausch über bewährte Herangehensweisen mit den Referent_innen und Dolmetscher_innen einsteigen.
Für die Organisator_innen war es zudem wichtig, den Abend neben dem inhaltlichen Input auch sehr anschaulich zu gestalten. So wurde auch der Flur mit diversen Arbeits- und Schaumaterialien aus der Praxis der mobilen Beratung gestaltet. Somit hatte das Publikum viele Möglichkeiten, Fragen zu stellen und sich auszutauschen, und wurde dazu eingeladen, zu stöbern und konkrete Ideen und hilfreiche Anregungen für die eigene Arbeit zu bekommen. Wir hoffen, dass wir durch das Salongespräch praktische Tipps geben konnten, die künftig erfolgreich umgesetzt werden können! Vielen Dank an alle, die dabei waren!

Fachteam „Flucht und Migration“ im Familienplanungszentrum BALANCE
Die Mitarbeiterinnen des FPZ BALANCE Berrin Önler-Sayan und Swantje Lüthge arbeiten
berlinweit. Für mehr Informationen können Sie sie gerne direkt kontaktieren:
Sozialarbeiterin Berrin Önler-Sayan: [E-Mail anzeigen]
Hebamme Swantje Lüthge: [E-Mail anzeigen]
Weitere Informationen zu den Projekten finden Sie auf der Homepage vom Familienplanungszentrum BALANCE:  http://www.fpz-berlin.de/Migration-und-Flucht-898224.html