zur Startseite
Sonderseite Migration
Neu erschienen:
Unsere Buchtipps 2013
 

HINWEIS: Unsere nächste Kundgebung zur Thematik der Sexuellen Selbstbestimmung findet am 22. September 2014  unter dem Motto „Leben und lieben ohne Bevormundung“ vor dem Brandenburger Tor statt. Wir rufen Sie/Euch zu einer gemeinsamen Veranstaltung aller Unterstützer_innen und Interessierten mit dem Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung auf und fordern öffentlich die konkrete Gewährleistung und Umsetzung des Rechtes auf sexuelle Selbstbestimmung in Deutschland – mit all seinen Implikationen in politischen Maßnahmen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

 

Frauen*kampftag 2014
------------------------------------------

Anlässlich des internationalen Frauen*kampftags am 8. März fand auch in diesem Jahr eine bundesweite Demonstration in Berlin statt, um den Kampf gegen Diskriminierung aufgrund von Geschlechtszugehörigkeit auf die Straße zu tragen.

Das Familienplanungszentrum BALANCE beteiligte sich als Mitglied des Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung an dem Protest, der unter dem Motto „still lovin´ feminism“ von dem breiten Bündnis  Frauen*kampftag 2014 organisiert wurde.

Eine Vielzahl verschiedener Gruppen folgte dem Aufruf und sorgte für eine abwechslungsreiche und lautstarke Demonstration. So gab es neben dem großen Demonstrationszug auch einzelne Blöcke, in denen beispielsweise organisierte Migrant_innen, Trans*Inter*Aktivist_innen oder Sexarbeiter_innen  spezifische Anliegen nach außen trugen.

Ein thematischer Schwerpunkt, der auch durch das FPZ BALANCE vertreten wurde, lag auf der Forderung nach der rezeptfreien Vergabe der „Pille danach“ in Deutschland, wie dies bereits in den allermeisten europäischen Ländern praktiziert wird. Neben Transparenten und Sprechchören diente dazu auch das „Pille-danach“-Kostüm von BALANCE, welches in folgendem Video neben vielen anderen Eindrücken des Tages bestaunt werden kann: Leftvision Video

Insgesamt lässt sich sagen, dass der Tag bei einer Beteiligung von knapp 5000 Personen ein voller Erfolg war und hoffentlich dazu beitrug, dass dem Kampf um rechtliche, politische, wirtschaftliche sowie soziale Gleichstellung auch an allen anderen 364 Tagen mehr Aufmerksamkeit zukommt.

 

Nominierung des Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung für
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Clara-Zetkin-Preisverleihung
-----------------------------------------------------

Quelle: http://www.die-linke.de/politik/frauen/clara-zetkin-frauenpreis/clara-zetkin-frauenpreis-2014/

DIE LINKE lobte dieses Jahr - am Vorabend des Internationalen Frauentages - zum vierten Mal den Clara-Zetkin-Preis für außergewöhnliche Leistungen von Frauen in der Gesellschaft und in der Politik aus.

Als Mitbegründerin der proletarischen Frauenbewegung initiierte sie 1910, von US-amerikanischen Feministinnen inspiriert, die Einführung eines internationalen Frauentages – einen jährlichen Kampftag, der zunächst das Frauenwahlrecht einforderte. Da die eingeforderten politischen Rechte ohne ökonomische Freiheit als wertlos galten, setzte sich Zetkin beharrlich für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen ein. Als Herausgeberin der Frauenzeitschrift "Die Gleichheit" (seit 1892) war sie nicht nur eine Frauenrechtlerin, sondern auch eine starke Kämpferin für den Frieden, denn Clara Zetkin setzte sich kompromisslos und unmissverständlich gegen Militarismus und Krieg und für die Sicherung des Friedens ein.

Die Verleihung eines Frauenpreises soll die Beachtung für das eigensinnige und uneigennützige Engagement von Frauen in der Öffentlichkeit erhöhen und eine Anregung dafür leisten, mehr Erfolge in den Frauenkämpfen durchzusetzen. Gleichzeitig geht es mit dem Clara-Zetkin-Preis auch darum, den Internationalen Frauentag, der immer mehr als politischer Tag in Vergessenheit gerät, ins öffentliche Bewusstsein zurückzuholen.

Einzelne Initiativen von Frauen, die mit ihrem kulturellen oder künstlerischen Schaffen eine solidarische und gerechtere Gesellschaft befördern sowie anderen Frauen als Vorbild dienen, konnten sich bewerben oder vorgeschlagen werden. Projekte, die als Hauptziel das Engagement und die Arbeit für Frauen oder die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Gesellschaft – besonders in Politik, Wissenschaft, Kultur und Kunst nahmen auch beim Wettbewerb Teil.

Nominiert wurde auch unser Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, zusammen mit anderen deutschlandweiten frauenunterstützenden Organisationen, einem feministischen Blog und einer Zeitschrift wie @femInsist, Frauenzentrum Regenbogen, Kemenate, Missy Magazine, Pinkstinks und Women in Exile.

Am 7. März fand die Preisverleihung mit einer Festveranstaltung im Pfefferberg statt. Stellvertretend für das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung nahm die Mit-Initiatorin Sybill Schulz, Geschäftsführerin des Berliner Familienplanungszentrum - BALANCE, die Ehrung entgegen. Den Preis erhielt die Brandenburger Organisation „Women in Exile“, deren außerordentliches Engagement zur Stärkung der oft mehrfach diskriminierten Migrantinnen unser Zentrum besonders wertschätzt.

Wir freuen uns, zusammen mit anderen engagierten Frauen und Mädchen, einen eigenen Beitrag zur öffentlichen gesellschaftlichen Aufklärung und zur Gleichstellung von Menschen in Deutschland zu leisten.

 

Pressemitteilung 29. Oktober 2013

---------------------------------------------------------------

„Als Frau ärgere ich mich einfach zu oft über die Kirche“

Katholischer Medienpreis 2013: Preisträgerin Lara Katharina Fritzsche unterstützt das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung.

Die für ihren Beitrag „Das Leben nach dem Tod in Utøya“, erschienen im ZEITmagazin am 12. Juli 2012, mit dem Katholischen Medienpreis 2013 ausgezeichnete Journalistin und Buchautorin Lara Katharina Fritzsche spendet das Preisgeld an das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung. Der in den zwei Kategorien „Printmedien“ und „Elektronische Medien“ vergebene und mit jeweils 5.000 Euro dotierte Medienpreis wurde gestern Abend bei einem Festakt in Bonn überreicht.

„Ich finde, dass Frauen selbst über ihren Körper entscheiden können sollten – mit allen Konsequenzen. Deswegen möchte ich das Preisgeld dem Bündnis spenden, das sich genau dafür einsetzt, nämlich der sexuellen Selbstbestimmung von Frauen“, sagte Lara Fritzsche zu ihrer Entscheidung. „Als Frau ärgere ich mich einfach zu oft über die katholische Kirche“, so die ausgezeichnete Redakteurin des Magazins der Süddeutschen Zeitung weiter.

Das im August 2013 in Berlin gegründete Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung ist ein Zusammenschluss von Beratungseinrichtungen, Institutionen und Netzwerken, die unter anderem eine umfassende Sexualaufklärung an den Schulen, die rezeptfreie Vergabe der „Pille danach“ sowie eine angemessene soziale und ökonomische Unterstützung für alle Menschen und Paare, die sich für ein Kind entscheiden, unabhängig von ihrer Herkunft, sexuellen Orientierung oder sozialen, ökonomischen und gesundheitlichen Situation, fordern. Die Erklärung des Bündnisses wird bereits von Hunderten Personen, darunter zahlreiche Persönlichkeiten aus der Gesellschaft und der Politik, unterstützt.

Unter anderem die Vorfälle um die Abweisung mutmaßlicher Vergewaltigungsopfer durch Kliniken in Trägerschaft der katholischen Kirche am Anfang des Jahres hätten Lara Fritzsche „sehr wütend“ gemacht. „Ich fand es zwar beeindruckend, dass die Bischofskonferenz auf die Vorfälle reagiert und zumindest für vergewaltigte Frauen die Verhütungspille ‚Pille danach‘ in katholischen Kliniken zugänglich gemacht hat. Aber dennoch: Das ist nur für Katholiken ein großer Schritt, mir ist dieser Schritt aber noch viel zu klein.“

Sybill Schulz vom Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung zeigte sich hocherfreut über die mutige Entscheidung. „Wir sind überglücklich und dankbar, solch eine großartige Unterstützung unserer Ziele zu erfahren“, erklärte Schulz, Geschäftsführerin des Berliner Familienplanungszentrums – BALANCE, am Dienstagvormittag. „Lara Fritzsche hat eine wichtige Botschaft gestern genau dorthin getragen, wo sie hingehört: Vor die Vertreter der katholischen Kirche. Das hätten wir als Bündnis so kaum geschafft. Und das Preisgeld hilft uns sehr, die wichtige Arbeit im Bündnis fortzuführen.“

Aufgrund der religiösen Dogmatik und einer durch kirchliche und konservative Medien massiv verstärkten gesellschaftlichen Stimmungsmache werde das sexuelle Selbstbestimmungsrecht von Mädchen, Frauen und homosexuellen Menschen bis heute immer wieder und weltweit bestritten, betonte Sybill Schulz.

„Der in den letzten Jahren deutlich gewachsene Zulauf zum von christlichen Vereinen organisierten Kreuzmarsch durch die Mitte Berlins, der unter anderem ein totales und europaweites Verbot des Rechts zur Beendigung einer ungewollten Schwangerschaft fordert, illustriert die Popularität fundamentalistischer und reaktionärer Ideen. Unter Missbrauch des Begriffs Lebensschutz soll auch in Deutschland das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben in entscheidenden Bereichen gesetzlich eingeschränkt werden. Dagegen wehren wir uns.“

Dabei hat die Entscheidung von Lara Katharina Fritzsche ein bedeutendes Zeichen gesetzt, so Sybill Schulz. Während Schulz wegen ihrer Arbeit mit Drohungen, Diffamierungen und Strafanzeigen älterer Männer aus den Reihen der Kirche überzogen werde, gebe ihr eine Unterstützung wie die der mit dem katholischen Medienpreis ausgezeichneten Journalistin „die große Zuversicht, dass es uns gemeinsam gelingt, allen fanatischen Kräften unmissverständlich den klaren Grundsatz zu verdeutlichen: Mein Körper, meine Verantwortung, meine Entscheidung.“

 

 

Berlin, September 2013

Sehr geehrtes Fachpublikum, liebe Kolleg_innen, Mitstreiter_innen und Interessierte,

anlässlich der jährlichen Aktivitäten der Abtreibungsgegner_innen (selbst ernannten Lebensschützer_innen), hat sich ein breites Bündnis unterschiedlicher Organisationen zusammen gefunden, um mit kreativen Aktionen den Protest am 21.9.2013, 13 Uhr am Brandenburger Tor öffentlich zu machen und ein Zeichen für das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung zu setzen.

Wir möchten allen ca. 300 Personen danken, die mit uns bei unserer Kundgebung am Brandenburger Tor am 21.09.2013 mit Ihrer Anwesenheit, und die Resolution des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung durch Ihre Unterzeichnung als Institution oder Privatperson unterstützt haben. Ein besonderer Dank gilt auch den Spender_innen. Unterzeichner_innen der Bündniserklärung 2013

Des weiteren fand im Vorfeld eine Kooperationsveranstaltung des Netzwerkes Sexuelle Selbstbestimmung, des Bildungswerkes Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung und der Urania Berlin e.V., realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie – konzipiert als Podiumsdiskussion am 18.09.2013, 19 – 21 Uhr im Loft der Urania zum Thema: „Ist die sexuelle Selbstbestimmung in Gefahr? Der neue Einfluss christlicher Fundamentalisten“ statt. Podiumsteilnehmende waren unter anderem Anne Wizorek, Dr. Fiona Lorenz von der Giordano Bruno Stiftung und Vertreter_innen vom LSVD und pro familia Berlin. Es nahmen ca. 50 Teilnehmer_innen teil.

Enthusiastische Grüße

Sybill Schulz

Geschäftsführerin Familienplanungszentrum - BALANCE

 

Hier einige Artikel aus der Presse zu den oben genannten Veranstaltungen:

"Rekordbeteiligung bei Demo der Abtreibungsgegner", taz, 23.09.2013

"Für ein selbstbestimmtes Leben", Humanistischer Pressedienst, 23.09.2013

"Mit den richtigen Menschen das Richtige tun", diesseits.de, 22.09.2013

"Kreuzzug vors Kanzleramt", neues deutschland, 19.09.2013

"Sind sie stärker oder wir wacher?", Humanistischer Pressedienst, 19.09.2013

"Leben und lieben ohne religiöse Bevormundung", diesseits.de, 18.09.2013

 

Stellungnahmen: Wir unterstützen das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, weil…

Dr. Ina Czyborra, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin:

„Es ist unerträglich, wenn gegen Praxen, die Abbrüche durchführen, Kampagnen gefahren werden. Es ist unerträglich, wenn Frauen sterben sollen weil ihnen wie in Irland der lebensrettende Eingriff verweigert wird. Das zeugt von einer Missachtung von Frauen und ihrem Lebens- und Selbstbestimmungsrecht, die sich weit über die Frage eines Schwangerschaftsabbruchs hinaus auswirkt.“

Evrim Sommer, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin:

„Ich kämpfe für das Recht auf selbstbestimmte Mutterschaft, für die Verfügung über den eigenen Körper, für eine angstfreie Sexualität. Die sexuelle Selbstbestimmung ist Menschenrecht, denn mein Körper gehört mir.“

Martin Beck, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin:

„Die freie Entscheidung über ein Leben mit oder ohne Kinder sowie die Möglichkeit eines sicheren, straffreien Schwangerschaftsabbruchs müssen gewährleistet sein, damit Frauen und Mädchen in unserer Gesellschaft selbstbestimmt leben können.“

Jörg Steinert, Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg:

„… Menschen bei ihrer Lebens- und Familienplanung nicht entmündigt werden dürfen. Beim sogenannten ‚Marsch für das Leben‘ haben sich jedoch Personen zusammen getan, die das anders sehen. Sie instrumentalisieren Religion und versuchen Menschen zu verunsichern. Dem stellen wir uns entgegen.“

Dr. Eva Högl, Mitglied des Deutschen Bundestages:

„Mein Bauch gehört mir. Dieser Satz, der vor 20 Jahren die Novellierung des §218 begleitete, ist aktueller denn je. Es muss gewährleistet werden, dass Frauen ohne Schikanen und ohne Ausüben von Druck durch religiöse FundamentalistInnen ihr Selbstbestimmungsrecht wahrnehmen können.“

Ingrid Remmers, Mitglied des Deutschen Bundestages:

„Dass ich als Frau über meinen Körper selbst bestimmen kann, ist für mich so selbstverständlich, dass es mich ärgert, wenn man darüber heute noch diskutieren muss. Gerade in einer Gesellschaft, in der die Kindererziehung immer noch in erster Linie von Müttern geleistet wird, darf man die Frauen in Bezug auf ihre Schwangerschaft nicht bevormunden.“

Monika Lazar, Mitglied des Deutschen Bundestages:

„…Selbstbestimmung auch den eigenen Körper umfasst. Frauen müssen über ihre Schwangerschaften frei und ohne Kriminalisierung entscheiden können. Das Recht auf Information und freiwillige Beratung muss allen offenstehen.“

Dagmar Ziegler, Mitglied des Deutschen Bundestages:

„…es wichtig ist, Gesicht zu zeigen für die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen und Männern. Jeder Mensch muss das Recht haben frei und eigenständig über Familienplanung, Verhütungsmittel und Schwangerschaften zu entscheiden. Den fundamentalistischen und reaktionären Gegnerinnen und Gegnern von Frauen- und Menschenrechten sagen wir entschlossen den Kampf an.“

Memet Kilic, Mitglied des Deutschen Bundestages:

„…wir eine moderne und aufgeschlossene Gesellschaft sind, in der verstaubte Moralvorstellungen nichts zu suchen haben. Mädchen und Frauen haben ein Anrecht auf Beratung und Unterstützung, gleich wie sie sich bei ihrer Familienplanung entscheiden. Hilfreich wäre, wenn das Angebot an fremdsprachigen Beratungsmöglichkeiten weiter ausgebaut würde.“

Viele weitere Stellungnahmen zum Bündnis auf www.sexuelle-selbstbestimmung.de, hier können Sie die Resolution gern auch noch unterzeichnen.

 

Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung
F: (030) 236 236 842

E-Mail: kontakt@sexuelle-selbstbestimmung.de
Online: www.sexuelle-selbstbestimmung.de

Ihre Spende unterstützt unsere Arbeit!
Spendenkonto 3314400 BLZ 10020500 (Bank für Sozialwirtschaft)

Stichwort: Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung (Spendenquittung möglich)