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Ergänzende Information

2021-FPZ-PM_SafeAbortionDay.pdf
Pressemitteilung im PDF-Format:

Safe Abortion Day aktueller denn je: Wiederholte Gehsteigbelästigungen vor dem Familienplanungszentrum BALANCE

27.09.2021
Anlässlich des morgigen Internationalen Safe Abortion Days (28.09.2021) fordert das Familienplanungszentrum BALANCE ein Ende der Kriminalisierung und Stigmatisierung von ungewollt schwangeren Menschen und Mediziner_innen. In den vergangenen Wochen wurde das Beratungszentrum an zwei Tagen von sogenannten Lebensschützer_innen belagert. Dabei gingen sie direkt auf Ratsuchende zu, die unsere Räumlichkeiten als sicheren Ort für neutrale Beratung und gynäkologische Versorgung aufsuchten, und versuchten, sie von einem Schwangerschaftsabbruch abzubringen.

Gehsteigbelästigungen und Belagerungen von Schwangerenberatungsstellen und gynäkologischen Praxen durch Anhänger_innen der Anti-Choice-Bewegung sind ein neues Phänomen in Berlin. Lange Zeit kamen solche Belagerungen nur in anderen Bundesländern vor. Der erste Vorfall in Berlin ereignete sich im Mai 2021 vor dem Familienplanungszentrum. Die Belagerungen wurden jedes Mal von einer Gruppe von fundamentalen Christ_innen organisiert. Dabei werden ungewollt Schwangere in ihren persönlichen Rechten angegriffen, beeinflusst und ihnen ein selbstermächtigendes und selbstbestimmtes Verhalten abgesprochen.

Der Schwangerschaftsabbruch ist seit 150 Jahren im Strafgesetzbuch (StGB) im § 218 verankert und gibt den Weg frei für sogenannte Lebensschützer_innen.
Dem entmündigenden Gesetz liegt ein Familien-, Eltern- und vor allem Frauenbild zugrunde, welches einer diversen und heterogenen Realität nicht gerecht wird. Ungewollt schwangeren Menschen wird ein selbstverantwortungsvolles Handeln abgesprochen und mittels staatlicher und moralischer Kontrolle versucht, sie zu einem Schritt zu bewegen, der nicht ihrer ist. Der Zwang zu Gebären kann nicht die Basis für ein Recht auf Leben sein!

Die Paragrafen 218 und 219 (StGB) verhindern die sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung und führen zur Kriminalisierung und Stigmatisierung von ungewollt Schwangeren und Mediziner_innen. Dies hat zur Folge, dass:

• der Zugang zu sachlichen Informationen eingeschränkt ist
• ungewollt schwangere Menschen durch verpflichtende Schwangerschaftsberatungen bevormundet werden, während die Mehrheit keine Beratung für ihre Entscheidungsfindung benötigt
• der Schwangerschaftsabbruch – als der häufigste gynäkologische Eingriff – nicht Teil der Ausbildung von Medizinstudierenden ist
• viele Gynäkolog_innen keine Abbrüche durchführen, weil sie gesellschaftliche Verurteilungen und Nachteile fürchten

Somit ist eine flächendeckende Versorgung rund um Schwangerschaftsabbrüche vielerorts in Deutschland gefährdet und z.T. schon jetzt nicht mehr gewährleistet. Ungewollt schwangere Menschen verlieren Zeit und werden nicht adäquat begleitet auf der Suche nach geeigneten Informationen, neutralen Beratungsstellen und gynäkologischen Praxen, die Abbrüche durchführen.

Lebensschutz bedeutet für uns, Menschen zu befähigen, informierte und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen und auf ein Gesundheitssystem zugreifen zu können, das umfassend und wertfrei aufklärt und begleitet – unabhängig von der Entscheidung. Schwangerschaftsabbrüche sind ein unverzichtbarer Bestandteil der medizinischen Grundversorgung und müssen sicher, legal und zugänglich sein. Dazu muss die Kompetenz von ungewollt schwangeren Menschen, Entscheidungen über ihr Leben und ihren Körper zu treffen, gesamtgesellschaftlich anerkannt werden. Eine Entscheidung für Mutterschaft obliegt allein der betroffenen Person – sie liegt nicht in einer vermeintlichen Natur der Frau.

Mehr Informationen und Mitmachaktionen rund um den Safe Abortion Day finden Sie hier: https://wegmit218.de/

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